Home / Rügen - Sagen / - Wie die Insel Hiddensee entstand

Wie die der Insel Rügen westlich vorgelagerte Insel Hiddensee entstand

transHiddensee - Mönch und Mutter Hiddentrans

Es gibt verschiedene Sagen, wie die Insel Hiddensee geschaffen wurde. Einer Sage nach soll sie nach Mutter Hidden benannt worden sein, einer Frau, die in einem Fischerdorf an der Westküste der Insel Rügen lebte.

Im neunten Jahrhundert kamen Mönche des an der Weser gelegenen Klosters Corvey nach Rügen. Einer der Mönche bat eines späten Abends an der Hüttentür eines Hauses um Einlass, Essen und Nachtlager. Von der dort wohnenden Mutter Hidden wurden Ihm seine Wünsche barsch und mit harten Worten verweigert.

Er ging zur Nachbarhaus. Dort wohnte Mutter Vidden, eine arme Witwe. Hier wurde ihm sofort geholfen, er bekam von der guten Frau ein Abendessen, das zwar einfach, aber wohlschmeckend war und ein Nachtlager, um sich auszuruhen zu können. Morgens bedankte sich der Mönch, verabschiedete sich und sprach: „Auch wenn ich dir für deine Freundlichkeit kein Geld geben kann, so soll dir an diesem Tag die erste Arbeit, die du ausführst, Segen bringen.“

Mutter Vidden nahm diese Worte zunächst gar nicht ernst. Sie nahm, als der Mönch gegangen war, eine von ihr selbst gewobene Rolle Leinen, um zu messen, wie der Stand ihrer Arbeit war. Die Rolle nahm kein Ende, sie maß den ganzen Tag, bis die Sonne unterging. Das Haus war mittlerweile voller Leinen und die Rolle wurde nicht kleiner.
Was konnte sie nun an Leinen verkaufen, sie war reich geworden!
Jetzt erst erinnerte sie sich an die Worte des Mönches und wusste was er gemeint hatte. Voller Freude lief sie zu Mutter Hidden, und erzählte ihrer Nachbarin von ihrem Erlebnis und dem Glück, das ihr widerfuhr. Mutter Hidden ärgerte sich ungemein, hätte sie den Mönch doch bloß eingelassen. Neid packte sie. „Ob es noch einmal solch eine Gelegenheit gibt?“

Der Mönch kam nach einiger Zeit erneut ins Dorf. Nun lief Mutter Hidden ihm gleich entgegen. Noch einmal so eine Möglichkeit verstreichen zu lassen noch reicher zu werden, das sollte ihr nicht passieren. „Wer weiß wo der Mönch nun klopft?“ Sie rief ihm die Einladung, bei ihr zu essen und zu übernachten schon von weitem zu. Mit großer Freundlichkeit bereitete sie ihm ein üppiges, gutes Abendmahl und zum Schlafen das beste Bett.
Am Morgen sprach der Mönch bei der Verabschiedung die gleichen Worte, die er auch schon der armen Mutter Vidden sagte.
Darauf hatte Mutter Hidden nur gewartet. Sogleich wollte sie das Geld in der Truhe zählen und das ganze Haus damit füllen.

Plötzlich brüllte die Kuh im Stall. Gierig, wie sie war, hatte sie natürlich ganz vergessen dem Tier Wasser zu geben. „Du dumme Kuh, musst du mich stören?“ rief sie. Damit sie in Ruhe das Geld zählen konnte, lief sie schnell zum Brunnen, um der Kuh zuvor einen Eimer Wasser zu bringen. Als sie den ersten Eimer geschöpft hatte, konnte sie nicht mehr aufhören. Einen Eimer nach dem anderen holte sie herauf, bis das Land um sie herum unter Wasser stand.

transEntstehung Hiddenseestrans

Die Überschwemmung trennte das Land von der Insel Rügen.

Die neu entstandene Insel nannte man darauf nach Mutter Hidden, Hiddensee.
Bald darauf verstarb Mutter Hidden einsam und arm.

Dagegen lebte Mutter Vidden noch lange ohne Sorgen und wurde von allen sehr geachtet.

Das Fischerdorf, in dem sich diese Geschichte zugetragen haben soll und in dem sie wohnten, wurde nach Mutter Vidden, Vitte genannt und liegt heute in der Mitte der schmalen, schönen Insel Hiddensee.